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Der Blogumzug ist komplett, deshalb kurz was für die nähere Zukunft.

Die neue Ausgabe der testcard ist fertig und auch nach Weihnachten noch ein schönes Geschenk.

Wir stellen die Ausgabe vor:

11.01.2015     Düsseldorf    Kunstverein (schon um 16.30 Uhr, dafür mit Kaffee und Kuchen)

15.01.2015     Leipzig          Schauspiel/Baustelle

16.01.2015    Köln               Gold + Beton

07.02.2015     Marburg        Trauma

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Just a position?

Also drücken sie aufs Gaspedal, die Akzelerationisten, um der tatsächlichen Zerstörung rasch näher zu kommen, die erst das Neue ermöglicht. (SpOn)

Dass die Beschleunigungsdenker von der Logik der Libido etwas verstehen, zeigt sich schon darin, wie sie den Akzelerationismus als hippe philosophische Jugendbewegung verkaufen. Mit dem Kapitalismus gegen den Kapitalismus: Früher hieß eine solche Haltung wohl “strategische Affirmation”. Srnicek, Williams und Co. nehmen die Versprechen des Neoliberalismus ernst und wollen lieber nicht Attac-mäßig Sand im Getriebe sein, sondern Öl ins Feuer gießen. (taz)

Die Akzelerationisten hingegen denunzieren Demokratie als Störfaktor beziehungsweise als immer schon ideologische Maskerade. Dann doch lieber gleich Elitenpolitik von oben, was für eine Logik! (taz)

Und was steht im Manifest selbst?

Die ideologische Selbstdarstellung des neoliberalen Kapitalismus behauptet, dass er Kräfte kreativer Zerstörung entfesselt und so sich immer weiter beschleunigende technische und soziale Innovationen freisetzt. (…) Wir mögen uns vielleicht schnell bewegen, aber nur innerhalb eines streng definierten Sets stabiler kapitalistischer Parameter. Wir erleben nichts als die ansteigende Geschwindigkeit in einem beschränkten Horizont, ein simples, hirntotes Vorpreschen anstelle einer Beschleunigung, die auch navigiert, die ein experimenteller Entdeckungsprozess innerhalb eines allgemeinen Möglichkeitsraumes ist. Die letztere Form der Beschleunigung halten wir für die wesentliche. (…)

Wir geben keine bestimmte Organisation an, mit der sich diese Leitlinien in idealer Form umsetzen ließen. Was jetzt nötig ist – was immer schon nötig war – ist eine Ökologie der Organisationen, ein Pluralismus aus Kräften, die fortwährend aufeinander reagieren und sich gegenseitig verstärken. Sektiererei würde der Linken ebenso wie Zentralismus den Todesstoß versetzen. In diesem Sinn begrüßen wir weiterhin das Experimentieren mit verschiedenen Strategien (auch solchen, denen wir nicht zustimmen).

Hm. Vielleicht ist der schnelle Theoriekonsum nicht immer die beste Art der Auseinandersetzung…

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Eigentlich sollte an diese Stelle etwas über Marks Text über das Vampires Castle (blöder Ausdruck, btw). Aber ich mag darüber nicht mehr nachdenken. Es ist ja eh ein Abschiedsbrief gewesen.

Als Ersatz gibt es wieder K-Punk. Endlich.

Remember who the enemy is – a message, a hailing, an ethical demand that calls out through the screen to us …. that calls out to a collectivity that can only be built through class consciousness …. (And what has Collins achieved here if not an intersectional analysis and decoding of the way that class, gender, race and colonial power work together – not in the pious academic register of the Vampires’ Castle, but in the mythographic core of popular culture – functioning not as a delibidinizing demand for more thinking, more guilt, but as an inciting call to build new collectivities.)

»Privilegien« sind Rationalisierungen des Irrationalen, das letztlich Willkür und gerade deshalb nicht zählbar ist. The odds are never in our favour.

Berlin 15.Februar 2003 // Es ist kalt, aber wir haben Semesterferien. // Es wird viel gefilmt, offensichtlich waren DV-Kameras ein beliebtes Weihnachtsgeschenk. Ich habe Bücher bekommen. Gut, dass es damals noch kein YouTube gab. // Am SAV-Stand stehen noch die gleichen Gesichter wie in den Neunzigern und verkaufen die alten Rezeptsammlungen. // Als wir am Grab des unbekannten Soldaten vorbeigehen (“leerer Signifikant”, you know!), meint B. “Die DKP demonstriert heute nur, weil sie nochmal hier vorbeimarschieren dürfen.” Wir lachen. // Überhaupt ist die Stimmung gut, im Gegensatz zu den Uncle Sam-Kostümen der USA-Hasser um uns herum. // Die Freundin des HipHop-Fans aus Friedrichshain drückt uns einen Fragebogen in die Hand: Demonstrantenforschung, soso. // Ein Lautsprecherwagen unter den Linden spielt “Give peace a chance”, B. klatscht mit, später tanzt er mit ein paar Hippies auf einer Wiese beim Reichstag Ringelpiez. Wir stehen am Rand und freuen uns.

Django verkettet

Django Unchained ist der erste Tarantino seit Jackie Brown, den ich gesehen habe. Irgendwann wurde es mir einfach zu viel – für Tarantinos Gewaltdarstellungen bin ich zu zart besaitet, sein B-Movie-Zitat-…hm…Arsenal erschließt sich mir eh nicht. Auch bei Django fließt wieder viel Blut, besprenkelt den weißen Schnee, die weißen Baumwollbüschel und die weißgetünchten Wände von “Candieland”, der Plantage von Monsieur Candie, auf der Djangos Geliebte Broonhilda gefangengehalten wird. Das ist die Tarantino-Gewalt, die ich kenne: überzeichnet, mit Blutspritzern in Slow Motion, einem Spruch vor Betätigung des Abzugs und überzeichneten Posen.

Aber in Django gab es eine zweite Darstellung von Gewalt, der diese offensichtliche B-Movie-Haftigkeit total abging. Sie war brutal, grausam, fast schon sadistisch und fast immer sind die Sklaven diejenigen, die als Objekte dieser Form der Gewaltdarstellung herhalten müssen. Wenn Broonhilda ein “r” (für “Runaway”) auf die Wange gebrannt bekommt, zwei Sklaven im Salon von Monsieur Candie um ihr Leben kämpfen müssen oder der Sklave D’Artagnan bei einem Fluchtversuch von Hunden zerfetzt wird, wechselt Tarantino in einen realistischen Modus. (Ohne Christina Nords Artikel wäre mir das so nicht aufgefallen, merci!)

Besonders deutlich wurde mir das in der Szene, in der Jamie Foxx nach dem ersten Befreiungsversuch kopfüber und nackt in einem Schuppen hängt und ihm ein Aufseher die Genitalien mit einem glühenden Messer entfernen will. Zugegeben, mir fiel es schwer, Foxx’ durchtrainierten Körper mit ausgeprägten Bauchmuskeln und rasierter Schambehaarung als “Django” zu lesen anstatt als das Produkt eines zeitgenössischen Fitnessregimes – soviel zu der Frage, wie gut dieser “Realismus” funktioniert. Trotzdem scheint mir, dass Tarantino in Szenen wie dieser einen dominanten Blick eher verdoppelt anstatt ihn umzukehren. Stuart Hall hat in “The Spectacle of the Other” auf die Doppeldeutigkeit der Repräsentation von ‘Schwarzen’ (für Hall ein politischer Sammelbegriff) hingewiesen (ausführliche Argumentation hier zum Nachlesen). Der sexualisierte Blick auf den ‘schwarzen’ Körper führt zu abwertenden und gleichzeitig idealisierten Figuren – zum ‘Primitiven’ ebenso wie zum ‘Edlen Wilden’ und zum ‘Onkel Tom’. Und aus diesem Repräsentationsmodell kommt Tarantino nicht heraus, im Gegenteil, der gesamte Plot basiert darauf. Genau darin scheint mir das Problem von Django Unchained zu liegen und weniger im inflationären Gebrauch des N-Worts.

Das zeigt sich nicht nur in der Schlußszene, in der der ‘edle Wilde’ Django den ‘Uncle Tom’ Stephen in einem großen Finale in die Luft jagt (Ja, B-Movie-Gewalt!). Django verkörpert zwar die ‘poetic justice’ des Films, ist aber – im Gegensatz zur Figur von Christoph Waltz – dennoch durch Triebe anstatt durch Moral motiviert. Dass dieser ‘edle Wilde’ von Waltz auch erst in die Feinheiten des zugegebenermaßen wenig zivilisierten ‘weißen’ Zusammenlebens eingeführt, bzw. von diesem erst befreit werden muss, passt da gut ins Bild. Ganz im Gegensatz zu den historischen Sklavenaufständen, die (wie z.B. CLR James ausgeführt hat) durch eine nicht-intendierte, ‘richtige’ Adaption von republikanischen Idealen beeinflusst waren, benötigt Tarantino in Django Unchained einen verkörperten Europäer, um Django in die Freiheit zu führen – sowohl bei Djangos erster als auch bei seiner zweiten Flucht. Und damit ist der Film so etwas wie die B-Movie-Variante von Spielbergs Lincoln, der auf eine ganz ähnliche Weise das kollektive Handeln der Sklaven gegen ihre Versklaver ausblendet. Kein Wunder, dass Tarantino die Figur des einsamen Rächers Django wählt anstatt wie in Inglorious Basterds ein Kollektiv aus Rächern darzustellen.

Es sind genau diese Aspekte, die im feuilletonistischen Tarantino-Spektakel samt Holocaust-Vergleichen gerade untergehen. Wundern tut mich das nicht. Wer ernsthaft darüber streitet, ob man Kindern im Namen der “Werktreue” das deutsche N-Wort beibringen sollte, von dem darf man kein Verständnis von Geschichte erwarten, das über Reflexe, Phrasen und persönliche Eitelkeit hinausgeht.

Achso, unterhalten hat mich Django Unchained übrigens ganz gut. Trotzdem (oder gerade deshalb) – die nächsten Tarantinos schenke ich mir wieder.

PS: Man denkt nie für sich allein. Schlauer gibt’s einen ähnlichen Gedanken beim Jacobin Mag

Mark Fisher – Strategies against Capitalist Realism

Please let me invite you on behalf of the Englische Seminar at the RUB to a talk by Mark Fisher (Goldsmiths College, London). He is the author of Capitalist Realism (2009) and writes about music, theory and film for Frieze, The Wire and Film Quarterly among others.

Mark Fisher will be talking about the central hypotheses from Capitalist Realism and how events such as the G20 protests in 2009 and the student protests in 2010 have altered the dominant ideology of contemporary Britain.

Mark Fisher – Strategies against Capitalist Realism

23 May 2011

4pm – 6pm

GABF 04/411

Ruhr- Universität Bochum