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Just a position?

Also drücken sie aufs Gaspedal, die Akzelerationisten, um der tatsächlichen Zerstörung rasch näher zu kommen, die erst das Neue ermöglicht. (SpOn)

Dass die Beschleunigungsdenker von der Logik der Libido etwas verstehen, zeigt sich schon darin, wie sie den Akzelerationismus als hippe philosophische Jugendbewegung verkaufen. Mit dem Kapitalismus gegen den Kapitalismus: Früher hieß eine solche Haltung wohl “strategische Affirmation”. Srnicek, Williams und Co. nehmen die Versprechen des Neoliberalismus ernst und wollen lieber nicht Attac-mäßig Sand im Getriebe sein, sondern Öl ins Feuer gießen. (taz)

Die Akzelerationisten hingegen denunzieren Demokratie als Störfaktor beziehungsweise als immer schon ideologische Maskerade. Dann doch lieber gleich Elitenpolitik von oben, was für eine Logik! (taz)

Und was steht im Manifest selbst?

Die ideologische Selbstdarstellung des neoliberalen Kapitalismus behauptet, dass er Kräfte kreativer Zerstörung entfesselt und so sich immer weiter beschleunigende technische und soziale Innovationen freisetzt. (…) Wir mögen uns vielleicht schnell bewegen, aber nur innerhalb eines streng definierten Sets stabiler kapitalistischer Parameter. Wir erleben nichts als die ansteigende Geschwindigkeit in einem beschränkten Horizont, ein simples, hirntotes Vorpreschen anstelle einer Beschleunigung, die auch navigiert, die ein experimenteller Entdeckungsprozess innerhalb eines allgemeinen Möglichkeitsraumes ist. Die letztere Form der Beschleunigung halten wir für die wesentliche. (…)

Wir geben keine bestimmte Organisation an, mit der sich diese Leitlinien in idealer Form umsetzen ließen. Was jetzt nötig ist – was immer schon nötig war – ist eine Ökologie der Organisationen, ein Pluralismus aus Kräften, die fortwährend aufeinander reagieren und sich gegenseitig verstärken. Sektiererei würde der Linken ebenso wie Zentralismus den Todesstoß versetzen. In diesem Sinn begrüßen wir weiterhin das Experimentieren mit verschiedenen Strategien (auch solchen, denen wir nicht zustimmen).

Hm. Vielleicht ist der schnelle Theoriekonsum nicht immer die beste Art der Auseinandersetzung…

2 comments

  1. REPLY:
    Bei Aram Lintzel (Autor des taz-Textes) steht immer alles, was nicht auf repräsentative (!) Demokratie hinausläuft, unter Verdacht. Die Piraten waren ihm zu unmittelbar, die Akzelerationisten sind für ihn Krypto-Stalinisten. Ich darf auch hier nochmal aus dem Manifest zitieren:

    “Wir müssen eine gemeinschaftlich kontrollierte, legitime vertikale Autorität aufbauen – und zwar zusätzlich zu verteilten horizontalen Formen der Vergesellschaftung –, damit uns weder ein tyrannischer totalitärer Zentralismus noch eine unberechenbar entstehende Ordnung, die sich unserer Kontrolle entzieht, versklaven kann. Das Gebot des Plans muss mit der improvisierten Ordnung des Netzwerks versöhnt werden.”

    Es macht schon einen Unterschied, ob eine “vertikale Autorität” eben “gemeinschaftlich kontrolliert” und “legitim” ist (z.B. durch Wahlen und entsprechende Verabredungen, vulgo Gesetze) oder ob man sie einfach nur als “vertikale Autorität” beschreibt, wie es der Autor des taz-Textes tut.

  2. ich glaube, das hat nichts mit “schnellem Theoriekonsum” zu tun, sondern mit dem, was in dem Manifest steht: Da ist von “ertikaler Autorität”, die wir angeblich brauchen, die Rede und von “Authentizitätsnostalgie”, wenn es um direkte Demokratie geht. So steht es auch in dem taz-Text, den du aber leider sehr selektiv zitierst… Nichts für ungut.

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