The sweetest post ever

Zur Begrüßung an dieser Stelle der Hinweis auf ein wenig Cuteness-Forschung:

The present study investigated the development of preference for baby schema in humans by examining the recognition of the cuteness of baby faces; two studies were conducted to examine whether childrens evaluation of cuteness differed from that of adults. Facial photographs not only of humans (Homo sapiens), but a chimpanzee (Pan troglodytes), rabbits (Oryctolagus cuniculus), dogs (Canis familiaris) and cats (Felis sylvestris catus) at different ages were used as stimuli. The volunteers were requested to rank these photographs in order of cuteness.

Was sagen uns die ehrwürdigen Herren vom Tatort, die bald sterben, also? Sie weisen darauf hin, daß wir immer noch kein Ersatzmodell für die Organisation von Kulturproduktion haben, sondern davon profitieren, daß sie, die Alten, die Kulturproduktion nach wie vor durch die klassischen Verwertungskanäle bezahlen. Wenn sie mal weg sind, rappelt es im Karton: Dann stehen die Künstler mit Flattr, prekären Live-Performance-Verhältnissen, Werkverträgen oder einem unausgegorenen Flatrate-Konzept da. Jedes einzelne dieser Modelle stellt Urheber schlechter als das aktuelle Modell. Das ist schlecht für die Urheber. Ja, auch für die von Software, deren Fröhlichkeit in ihrer Werksvertrags-Knechtschaft den anderen Urhebern gerade die Preise ruiniert und die gar nicht merken, daß sie möglicherweise wertvoller sind.

Das Argument “jetzt ist digital, das muß man mal verstehen, da ist das eben so” ist eins, das ich von Hackern oft höre, aber eigentlich von dümmeren Menschen erwarten würde. Gar nichts ist jetzt eben so, außer Kapitalismus, Interessen und Machtverschiebungen.

Vigilien

Birkenpracht

Ich war in Essen, beim wirklich sehr schönen Swingfest. Zwischendurch bin ich gewandert, einmal durch den verkaufsoffenen Sonntag, dann zur Firmenzentrale von ThyssenKrupp. Es ist ein Prachtbau, wie fast alles im Ruhrgebiet: weite Flächen, klare Wege die Unmöglichkeit, sich zu verlieren. Hinter dem Hauptgebäude sieht man ein Birkenwäldchen, gegenüber der Plaza führt eine Treppe auf einen halbverwilderten Parkplatz.



Die ‘Revolutionen’ in Ägypten und Tunesien habe ich über UMTS mitverfolgt, weil wir temporär keinen Netzzugang in der Wohnung hatten. Es war merkwürdig, die Nachrichten ohne die Choreographie der Bilder zu erfahren, weniger euphorisch. Aber dass die Euphorie dermaßen unangebracht sein könnte, hätte ich dann doch nicht gedacht:

The Higher Military Council will also ban meetings by labour unions or professional syndicates, effectively forbidding strikes, and tell all Egyptians to get back to work. (Reuters)

Scheinbar waren die Streiks doch wichtiger, als es das deutsche Kommentariat angenommen hat.

They work hard for the money

Doch für KreativarbeiterInnen im ersten wie im zweiten Sinne gilt vor allem eines: sie sind für sich selbst verantwortlich; sie identifizieren sich nicht souverän, wie jemand, der auch anders könnte: sie sind immer schon das, was sie sein müssen. In Althussers Ideologietheorie gab es ja dieses berühmte dreiteilige Modell, bei dem ein Subjekt in seiner Reproduktionsphase von einer staatlich organisierten Ideologisierungsmangel so zugerichtet wurde, dass es am nächsten Tag wieder in die Fabrik gehen konnte und seine Arbeitskraft so weit mobilisieren, dass sich ein Mehrwert abschöpfen ließ. Kreativarbeiter müssen alles drei zugleich sein: arbeitskräftiges Subjekt, leeres, womöglich zweifelndes, zu prägendes Subjekt und prägendes, beeinflussendes, motivierendes, in die Mangeln nehmendes Unterhaltungs- und Spiritualitätsprogramm. Wenn sie Glück haben, reicht Leere und Selbstentertainment, weil das von außen dann schon aussieht wie sexy Präsenz.