They work hard for the money

Doch für KreativarbeiterInnen im ersten wie im zweiten Sinne gilt vor allem eines: sie sind für sich selbst verantwortlich; sie identifizieren sich nicht souverän, wie jemand, der auch anders könnte: sie sind immer schon das, was sie sein müssen. In Althussers Ideologietheorie gab es ja dieses berühmte dreiteilige Modell, bei dem ein Subjekt in seiner Reproduktionsphase von einer staatlich organisierten Ideologisierungsmangel so zugerichtet wurde, dass es am nächsten Tag wieder in die Fabrik gehen konnte und seine Arbeitskraft so weit mobilisieren, dass sich ein Mehrwert abschöpfen ließ. Kreativarbeiter müssen alles drei zugleich sein: arbeitskräftiges Subjekt, leeres, womöglich zweifelndes, zu prägendes Subjekt und prägendes, beeinflussendes, motivierendes, in die Mangeln nehmendes Unterhaltungs- und Spiritualitätsprogramm. Wenn sie Glück haben, reicht Leere und Selbstentertainment, weil das von außen dann schon aussieht wie sexy Präsenz.

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Ersatzklammer

In einem Patrick Keiller-Text ein Zitat von Fredric Jameson entdeckt, in dem darüber spricht, dass eine vollkommene Umweltzerstörung leichter vorstellbar als eine Alternative zur kapitalistischen Wirtschaft sei. Irgendwie verbietet sich solch eine apokalyptische Haltung ja für einen ‘tenured’ Professor, aber andererseits ist das vielleicht eine habituelle Frage. Das hätte man zumindest auf der Bourdieu-Tagung gesagt, die ich letztes Wochenende besucht habe. Was aber auch zu erwarten war. Interessanter ist auf jeden Fall dieses Weblog von einem Englisch-Dozenten aus London: Ads without Products.