Lieber Florian Illies,

gewittrig ist keine gute Metapher für Gedichte….

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Gestern abend mal wieder gemerkt, wie schnell sich Wünsche ändern. Vor ein paar Jahren wäre das meine Idealvorstellung von einem gelungenen Abend gewesen – eine alte Fabrikhalle, ein paar Gesichter im Laptopschein, Kunst und Bier. Und bis auf letzteres wirkte gestern alles ein wenig schal – die Appropriationskunst, die Glühäpfel und diese endlos verhallten Synthesizerflächen. Kunst für eine Welt, in der alle Grafikdesigner, aber keiner morgens Fischer sein kann.

Ich habe halt so eine Warnung hingestellt, also entweder die Uni lernt,
dass sie jetzt zum zweiten Mal proprietarisiert worden ist, ein Mal
durch Gutenberg und den Staat und jetzt durch die Software und das
Pentagon, und sie muss sich halt was besseres einfallen lassen und eine
Art von Metametametawissen darüberlegen, wenn sie dieses Wissen nicht
mehr hat. Oder sie wehrt sich und besteht darauf, dass einige
Essentials des Wissens Open Source bleiben. Ich würde denken, das wäre
der Untergang – wirklich das wäre der Untergang des Abendlandes wenn
man jetzt die Analysis, den Calculus dx nach dy, wenn man das
patentieren dürfte.

Noch mehr Bankenkrisenrandnotizen


Was mir in den letzten Tagen immer wieder mal aufgefallen ist, ist, wie wenig unerklärlich der Bankencrash eigentlich zu sein scheint. Man ist schnell mit Rettungsrezepten bei der Hand und ein neues Paradigma wie bei der großen Depression, die ja bekanntlich den Keysianismus erst hervorbrachte, ist nirgendwo in Sicht. Die Krise scheint begreifbar und zwar mit Begriffen, die ihr vorhergehen.