They’re persons just like you, but haven’t got better things to do

“Darüber gibt’s ne Serie?”, fragte J. neulich, als ich von Big Love erzählte. Dabei sind die Polygamisten nicht so besonders anders. Papa arbeitet hart und geht fremd, Sohnemann lernt viel und kommt nicht damit klar, dass er gerne vögelt, die Tochter hat damit weniger Probleme und die Frauen sind sich im wesentlichen darüber einig, dass zwei Nächte pro Woche mit Papa zu wenig sind. Zur Eifersucht kommen also noch die Intrigen dazu und die sind, wie immer bei HBO, zwar von epischer Länge, aber diesmal leider nur wenig überraschend. Denn auch die Familie Henrickson ist ein “compound“, alle zeitgenössischen Verwerfungen bleiben fremd. Selbst wenn Sohnemanns bester Freund sich ein SxE-Tattoo stechen lässt und er selbst mit blutiger Nase vom Konzert kommt, werden wir nicht mit einer Einstellung des Moshpits belohnt, sondern müssen uns mit dem Küchentisch und dem besorgten Blick von Mama Nr.1 zufrieden geben. Die Außenwelt bleibt unsichtbar und ist immer auch eine potenzielle Bedrohung für das Idyll. Das will man eigentlich dann doch nicht haben und so ist “Big Love” dann doch ein ganz guter Anschauungsunterricht, warum religiöser Fundamentalismus bis auf weiteres keine gute Wahl für ein besseres Leben ist. Selbst wenn Chloe Sevigny wirklich hart daran arbeitet, ihr “Independent Woman of the 90s”-Image auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen.

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