Fällt er in den Grabenkrieg…

Bevor dieses Blog noch als Dietmar Dath-Verehrungsstrecke endet, sollte ich mir vielleicht mal was Neues einfallen lassen.

Reden wir also mal über die Arbeit, besser über den Job. Eigentlich gefällt mir das alles ganz gut, manchmal allerdings bekomme ich schlechte Laune. Am Freitag war ich zu einem Pressegespräch geladen, zusammen mit meiner netten Kollegin Jennifer von der WP, die etwas besitzt, was ich auch gerne hätte, nämlich ein regelmäßiges Einkommen oberhalb der Hungertuchgrenze. Aus diesem Grunde sind solche Termine für sie auch Ärgernis und für mich Honorar. Aber ich schweife ab. Gegenstand dieses Pressetermins war also ein Veranstaltungsreihe über die Globalisierung und ihre Auswirkungen in Arnsberg, nichts besonders Spektakuläres, eine “neutrale” wissenschaftliche Einführung, drei Betriebsbesichtigungen ohne Betriebsratsbeteiligung und eine abschließende Podiumsdiskussion für die lokalen Politiker, Wirtschaftsfunktionäre und Gewerkschaftsvorsitzenden. Eigentlich eine ganz gute Idee, wenn auch 10 Jahre hinter dem Stand der Diskussion hinterherhinkend.

Denn was musste ich mir an Weisheiten von den Organisatoren anhören? “In Zukunft wird man nicht mehr sein Leben lang bei der gleichen Firma arbeiten.”; “Schroth (richtig, tiefergelegter Golf) hat extra jemanden für das Development eingestellt, nur für dieses Projekt.” “Von Karl Marx gibt es ja diesen Spruch (sic!), dass ein Arbeitsplatz in Birmingham mehrere Arbeitsplätze in Indien vernichtet. Heute ist das aber umgekehrt.” Puh, das ist also der Arbeitskreis Erwachsenenbildung und man fragt sich an dieser Stelle, was genau die denn eigentlich an den Erwachsenen bringen wollen außer Floskeln? Beim Fotoshooting offenbarte sich dann das Level der theoretischen Einsichten sofort. Ein Schüler des nahegelegenen Gymnasiums fläzte sich in der Sonne, während die gebildeten Erwachsenenbildner posierten, um ja auch nicht aus dem Rahmen zu fallen. Und wie das mit Jugendlichen so ist, die Lehrer und Priester als ernstzunehmende Gegner betrachten (na?), sagte er: “Ich bin Globalisierungsgegner”, während die um die Volksbildung bemühte Frau antwortete: “Wo kommen denn deine Turnschuhe her?” und da habe ich dann weggehört und mir überlegt, dass das mit dem Pessimismus des Geistes eben leichter ist als mit dem Optimismus des Willens.

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