Klerikal? Faschismus?-Provinz!

So, die nächste Runde im Kampf um die Deutungshoheit über den Nahen Osten als Feld antifaschistischer Bemühungen scheint eröffnet. Es ist Tjark Kunstreich, der die Kontinuitäten von nationalsozialistischer Sozialpolitik und der der Hisbollah sowie die Gefahr eines neuerlichen Appeasement gegen den Klerikalfaschismus beschwört. Vielleicht hatte Elsässer da in prophetischer Hinsicht tatsächlich Recht und eine Klärung des Faschismus-Begriffs ist mehr als angebracht?

Unsere Stadtbücherei scheint das Problem schon gleichmal erledigt zu haben. Unter den DVDs finden sich ziemlich neben ziemlich allen Editionen der gesamten Herr der Ringe-Reihe so hochkulturelle Highlights wie “Der Untergang”, “Das Wunder von Bern” und noch mehr von diesem Kram. Man leidet wohl auf jeden Fall eine Menge hier.

Eine wenig durchdachte Position tragen dann auch die VertreterInnen der örtlichen Basisgruppe der Linkspartei an die (spärlich vorhandene) Öffentlichkeit: “In dem Nah-Ost-Konflikt muss Israel als eine Seite behandelt werden, die keinerlei geschichtlichen Vorteilsbonus verdient. Dann können auch Truppen dorthin entsandt werden, die die Israelis genauso wie Hisbollah-Kämpfer behandeln und notfalls auch bekämpfen. Meinetwegen auch deutsche.“, so sieht Heinrich Kowol die Ordnung der Dinge und Monika Sekler fügt hinzu: “Wie kann Israel, ein Volk aus Juden, die so schlimme Dinge unter dem Hitlerfaschismus erleiden mussten, wie kann so ein Volk eine solche Grausamkeit gegen ein anderes Volk begehen? Sie müssen doch wissen, wie die Menschen leiden, denn sie oder ihre Mütter und Väter haben damals selbst unmenschlich gelitten.
Torsten Wichert findet eine interessante Parallele: “Wer Israels Invasion nicht als Betroffener oder potenziell Bedrohter nicht Invasion der Aliens mit der Konsequenz der Bekämpfung und Ausrottung sehen soll, das wird den Libanesen und ihren inzwischen nicht mehr wenigen Opfern nichz mehr klarzumachen sein. Fragen Sie sich manchmal: Wem nützt es? Na ja, denken Sie nicht zuviel. Aber fangen Sie damit an. Schönen Tag noch.

Aber gerne doch, Herr Wichert! Und schon bin ich wieder bei meiner Lieblingsbeschäftigung-dem Verlinken von Dietmar Dath:
“Wenn man den Ausdruck „überdeterminiert“ für BEGRIFFE benutzt, heißt das, man sympathisiert mit der Ansicht, diese Begriffe hätten mehrere Eltern. Nehmen wir unter diesem Aspekt den Alienbegriff unter die Lupe; am besten anhand eines Beispiels aus der Science Fiction-Literatur, nämlich drei Romanen einer Frau namens Patricia Anthony.”

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