Long time, no hear. Endlich mal wieder Zeit gehabt, die Musikliste auf einen aktuellen Stand zu bringen. Aber was heißt hier schon aktuell? Die Tendenz zum Spätwerk ist ja doch irgendwie auffällig.

Auch wenn Dubstep gerade die Musik der Stunde zu sein scheint, was mich für Mike Paradinas und sein hervorragendes Label Planet Mu freut, scheint hier ein Künstler die schon lange nötigen Props zu bekommen, schließlich ist Tango’n’Vectif ja auch schon 12 Jahre alt, oder nicht?

12 Jahre vergangen sind dann auch seit der “Neuerfindung” der Goldenen Zitronen aus dem Geist des Funpunk, an den Tag als Thomas Anders starb kann ich mich jedenfalls nicht mehr erinnern. Und auch wenn man innerhalb dieser 12 Jahre seine Nische im Kulturbetrieb gefunden zu haben scheint, spricht das nicht gegen die Band, die auch auf “Lenin” Unannehmlichkeiten vortrefflich zu benennen weiß, ohne den Verdacht der Linientreue auf sich zu ziehen. Schön auch der Diskussionstoff für die eher der Kaderschmiede zugeneigte Fraktion der Linken. Dass Lenins Worte zu Traktoren wurden, wie es da im Titelstück heißt, ist dann wohl eine klare Zurückweisung der Worte Stalins: “Es ist nicht schwer zu begreifen, dass, wenn die Sprache materielle Güter erzeugen könnte, die Schwätzer die reichsten Menschen in der Welt sein würden.” Dies nur als Hinweis gedacht…

Jan St. Werner dagegen scheint schon im Stadium der Lebenswerk-Präsentation angekommen zu sein. Nachdem er in letzter Zeit eher durch publizistische und kuratorische Tätigkeit von sich reden machte, kann man auf Queries nochmal all die vergriffenen und nicht publizierten Stücke seines nur zu lobenden Projektes Lithops bestaunen und sich in Nostalgie ob der schönen Pluckerbeats ergehen. Da hat jemand eine Sound Signature gefunden.

Das haben This Heat natürlich nicht mehr nötig. Nachdem sie in den späten 70ern/frühen 80ern so ziemlich den gesamten MathRock und Post-Rock vorweggenommen haben, wurde es dann wohl auch mal Zeit für das 6CD-Boxset. Glückwunsch und weiter im Text.

Ohne Hommage scheint es auch in der experimentellen Musik nicht mehr zu laufen. Im Falle von Jazkamer heißt der Geehrte Lou Reed, dessen “Metal Machine Music” außer dem Albumtitel wohl nur die inflationäre Verwendung von Gitarren mit dem Werk von Lasse Marhaug und John Hegre gemeinsam hat. Für dieses Album holte man sich Verstärkung aus der BlackMetal-Szene Norwegens und so klingt’s dann auch. Das Titelstück kommt meiner Vorstellung von Metal im Zeitalter der digitalen Reproduzierbarkeit auf jeden Fall recht nahe. Sehr schön.

Nach soviel Krach noch ein wenig Beschaulichkeit. Vetiver wurden in einem NYTimes-Artikel letztens ausgiebigst gewürdigt. Da diese Musik auch nach Jahren des Erfolges in den USA maximal eine kleine Notiz in der Intro bekommt, von Posterboy Devendra Benhart mal abgesehen, ist den Amerikanern eigentlich nur alles Gute zu wünschen. Mit dem kommerziellen Erfolg wird es wohl trotzdem nichts werden…

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