Ehrlicher Seitenläufer, Elfmeter, bla, bla

Die FAS ist eine meiner Lieblingszeitungen. Warum? Nirgends bekommt man einen ungeschönteren Einblick in die Köpfe junger mobiler Standortfans. Der Gesellschaftsteil macht auf mit der praktischen Drogenberatung und schließt mit der Typberatung im Hinblick auf Sommerhüte. Rein sommerhuttechnisch bin ich übrigens ein Herbsttyp, stelle ich fest. Das wöchentliche Highlight der Gastrokritik, die sich in erster Linie durch das assoziierte Foto des Kassenbons auszeichnet, brauche ich vermutlich nicht mehr zu erwähnen. Doch diese Woche ist der sonst so trockene Sportteil das Highlight des Frankfurter Blattes. In einem in die Tiefe gehenden Interview, das die Frage nach seinem Parkplatz leider ausklammert, erklärt eine “der erfahrendsten Kräfte seiner Gilde”, der Schiedsrichter Herbert Fandel, die Sitten des Grüns unter den Bedingungen mobilen Arbeitskrafteinsatzes:

“FAS: Dann gibt es die Fallsucht in deutschen Stadien, meist dramatisch vollzogen von den Spielern.
Handel: Ich würde das nicht dramatisieren wollen. Natürlich haben diese Dinge in den vergangenen Jahren zugenommen, vielleicht liegt es an den Einflüssen aus anderen Fussballkulturen.”

Ah, jetzt habe ich es begriffen. Der deutsche Fussballer kämpft, bis ihm die angeschwollene Halsschlagader die Luft abschnürt aber ohne äußere Einwirkungen umfallen, das tut er nur, wenn er Frank Mill heißt und schon auf dem Bolzplatz neben einer Menge Industrieabgase schlechte Einflüsse eingeatmet hat. Oder, um Wiglaf Droste zu paraphrasieren: “Wenn keiner mehr steht, steht die Identität.”

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