Sonic Youth haben ja letztens angemerkt, dass die Gegenwart zustimmender auf experimentelle Musik anspreche, als die gerne glorifizierte Zeit Anfang der 80er. Einen weiteren Beweis für diese These liefert die aktuelle Ausgabe des NY Times Magazine. Ein mehrere Bildschirmseiten füllender Artikel von John Wray über das kalifornische Label Southern Lord, Heimstatt von ansprechenden musikalischen Zeitgenossen wie Boris, Earth, Oren Ambarchi oder SUNN O))):

“Eight years after its founding, Southern Lord has arguably become as closely associated with the experimental metal scene as Blue Note was with the hard bop movement of the 50’s.”

Eine durchaus interessante Übersetzung für die Leserschaft des NYT Magazines, die aber bestimmt verstanden hätte, wenn der entsprechende Autor auf den Grund von Gustav Mahlers Präsenz auf der Pausen-PA eingegangen wäre. Steven O’Malley arbeitet nämlich zur Zeit mit Gisele Vienne, Peter Rehberg und Dennis Cooper an einer Version von Mahlers Kindertotenlieder, erste Skizzen kann man in Coopers Blog betrachten. Was einen an der Physikalität von Klang interessierten Musiker, eine Choerografin, einen Laptop-Musiker sowie einen durch Punk beeinflussten Autor an einem Thema der Romantik interessiert, ist mir allerdings noch nicht so ganz klar. Da wird wohl Dietmar Dath in die Bresche springen müssen.

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SPEX is a fat bitch?

“Rich gets richer, poor gets poorer” ist das letzte Sprachsample in “That Right ain’t Shit” von The Books. Und während das hier läuft, muss ich ständig an Peter Scheiffeles Artikel in der neuen SPEX denken:

“Verglichen mit der selbstaufklärerischen Tendenz von >>DSDS<< entpuppt sich ein Magazin wie SPEX als die noch dümmere Einrichtung, einfach weil sie die selektive Rekrutierungslogik ihres Bezugsfeldes nicht so offen legt. Den Weg der Ausgeschiedenen zu beleuchten, würde bedeuten, die liegen gebliebenen Unmengen von Demotapes, Schreibversuchen, Praktika oder Filmprojekten herauszustellen und das Glamourversprechen mit der in der Wahrscheinlichkeitsrechnung versteckten Ideologie kurzzuschließen.”

Diese überraschende Fähigkeit zur Selbstreflexion zeigt sich auch einige Seiten vorher in Doris Achelwilms Artikel über Die Goldenen Zitronen, dessen Layout sorgfältigst die Anzahl der benötigten Zeilen dokumentiert und dankenswerterweise daran erinnert, dass auch die SPEX nach eben diesen Einheiten bezahlt, auch wenn laut Chefredakteur die Schreiberlinge dies gar nicht nötig hätten.

Und bevor man mich jetzt der mikrokosmischen Irrelevanz beschuldigt, möchte ich zu meiner Verteidigung auch noch gerne auf Steve Wrights Artikel über Immaterielle Arbeit aus dem Mute Magazine hinweisen:

“Maurizio Lazzarato’s discussion of ‘Immaterial Labour’ was perhaps the first extended treatment of the topic to appear in English. Part of an important anthology of Italian texts published in the mid ‘90s, Lazzarato’s work defined the term immaterial labour as ‘labour that produces the informational and cultural content of the commodity.’ If the ‘classic’ forms of this labour were represented in fields like ‘audiovisual production, advertising, fashion, the production of software, photography, cultural activities, and so forth’, those who perform such work commonly found themselves in highly casualised, precarious and exploited circumstances, as part of what, more recently and in certain Western European radical circles, has come to be called the ‘precariat.'”

Die nötige Verknüpfung wird wohl jede(r) selber ziehen können, oder?

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Wie Ferris Bueller nimmt sich auch der Blogwart (merkwürdige Bezeichnung) dieses Weblogs einen freien Tag. Nachdem die letzte staatsbürgerschaftliche Verpflichtung bewältigt wurde, ist nun also mal ein wenig Freizeit angesagt. Folgende Aktionen werden also in diesem Blog nicht dokumentiert werden:

1. Mit U. zusammen einen gemütlichen Abend im Trauma beschallen
2. Nach über 10 Jahren wieder mal Ulysses lesen
3. Meiner Schwester beim Umzug helfen.
4. Das Season-Finale von Veronica Mars gebührend begehen
5. Sich fragen, wann und für wen denn die Studiengebühren gelten werden…

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Suspense of Belief

Glücklicherweise scheint das Active Suspension-Label den Rockhype der letzten paar Jahre unbeschadet überstanden zu haben. Und so kann man sich als werdender Fan an zwei wunderschönen Videoclips erfreuen. Mumbleboy hat eine animierte Charakter-Werkschau zu Shugo Tokumarus “Karte” hergestellt, während Domotic zusammen mit Labelchef O.Lamm und zwei mir unbekannten Menschen demonstriert, das Aura und Rockmusik auch nicht zusammengehören. Dafür bekommt er von mir den Benjamin des Tages ans bunte T-Shirt geheftet:

“Der gesamte Bereich der Echtzeit entzieht sich der technischen -und natürlich nicht nur der technischen- Reproduzierbarkeit.”

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