Höflich aus Prinzip=Anders als lustig.

Die Jungle World titelt, ich folge. Gestern abend war ich auf einem Konzert von The White Birch, auch auf Empfehlung meines Mitbewohners Vincent und von Christian, der einen sehr enthusiastischen Bericht über sie geschrieben hat. Eigentlich gibt es nichts, was an dieser Band auszusetzen wäre. Die Musiker sind unprätentiös, freundlich im Umgang mit dem Publikum und ihr Englisch ist zwar nicht frei von Akzent, aber immerhin idiomatisch. (Was man vom aus dem Publikum zu hörenden “how surprising” nicht behaupten kann). Kurzum, die Ingredienzien für einen netten Abend stimmten, aber wie das mit der Nettigkeit so ist, kippt sie manchmal eben in gepflegte Langeweile um: Piano-Passagen, falsettiger Gesang und eine Menge Hall auf Stimme, Gitarre und Synthesizer, eben alles, was als “gefühlvoll” durchgeht, aber genau wegen dieses Hausierens mit der eigenen Wimpyness schon wieder ziemlich aufdringlich ist.

Wiglaf Droste meinte einmal, das Anmaßende an Männergruppen sei einfach nur der Umstand gewesen, dass Männer auch noch dafür belohnt werden wollen, wenn sie das Normalste der Welt äußern, nämlich, dass auch sie Gefühle besäßen und dieser Vergleich erinnerte mich an das Konzert gestern abend.

Natürlich geht es auch anders. Mt. Eerie, zum Beispiel, der ehemalige Bassist der Microphones, schafft es mit einer einzelnen Gitarre und seiner Stimme eine Stimmung einzufangen, die ich als sehr beklemmend intim bezeichnen würde. Vielleicht bekommt man das ja auch mal in Deutschland zu hören.

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