…was zusammengehört ?

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Zur Feier der Ehrenpromotion wird nicht nur der Dalai Lama im Sommersemester in Marburg erwartet, sondern auch der hessische Ministerpräsident Roland Koch – beide sind seit Jahren
befreundet.

 

DIE WELT: In Lhasa habe ich auf den Straßen schon mehr Chinesen als Tibeter gesehen. Fürchten Sie eine Überfremdung Ihrer Heimat?

Dalai Lama: Nicht nur in Lhasa, sondern in vielen Städten leben schon mehr als zwei Drittel Chinesen und bereits weniger als ein Drittel Tibeter. Wir sind eine Minderheit im eigenen Land. In vielen Dörfern allerdings leben überhaupt keine Chinesen.

 

Wenn man das Land liebt, dann muss etwas aus dem Herzen kommen,das den Verstand begleitet. Und wahrscheinlich ist genau dort die Brücke, weil allein über den Verstand die Gemeinschaft und das Ertragen auch eines schwierigen Weges nicht möglich sind. Wir lieben nicht das Grundgesetz. Das achten und das schätzen wir, und das sollten wir hochhalten. Wir lieben wahrscheinlich auch nicht unseren Pass. Er ist ein Ausdruck unserer formalen Befindlichkeit. Aber wenn wir von der Reise wieder nach Hause kommen und unsere Landschaften sehen, unsere Mittelgebirge, unsere Fachwerkhäuser, unsere Dörfer, wenn wir mit dem Flugzeug kommen und wieder hier einfliegen – dann denke ich immer an den Satz, den die Mutter des heutigen US-Präsidenten, Barbara Bush, einmal gesagt hat:”Wenn ich über Deutschland fliege, finde ich, ich bin in einem herrlichen, toll gepflegten Garten”. Dann ist es ein Stück unser Herz, das dabei angesprochen wird. Wir freuen uns einfach, wieder da zu sein und wenn wir – wo immer in der Welt – unsere Musik hören, wenn wir sehen, wie andere auf der Welt – denken Sie mal an viele junge Chinesinnen und Chinesen – die unsere Literatur, die Goethe und Schiller in diesem Jahr, die Mozart und Beethoven überall auf der Welt studieren, dann fühlen wir uns ein Stück zu Hause. Dann freuen wir uns darüber. Dann sind wir in Wahrheit auch ein bisschen stolz darauf, dass wir das näher kennen, dass die anderen sagen, das seid ihr und dass ein kleiner Teil unserer Identität dabei ist. (…)
Dort gibt es dann einen Satz von Alfred Dregger, der lautet: Machen wir uns selbst und unserer Jugend klar, dass Religion, dass Recht und Gesetz, dass Ordnung und Fleiß, Familie und Vaterland nicht überholt sind, sondern dass sie unentbehrliche Elemente einer freiheitlichen Gemeinschaft sind.

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