Bummel durch Sizilien

Glücklicherweise konnte ich den Wintereinbruch in Deutschland aus der sizilianischen Ferne miterleben. Dank minimalem Medienversorgungsbedarf hier deswegen auch ein paar Notizen aus der primären Welt. Leider kann ich nur mit wenig Neuigkeiten über die sizilianische Politik aufwarten, obwohl mich brennend interessiert hätte, für welche Politik die Menschen auf den ganzen Wahlplakaten denn stehen, was mit der Mafia sei, ob die Forza Italia starke Unterstützung hat (meine Tante mag sie nicht) und wie die Separatisten so zu positionieren sind. Auch die genauen Hintergründe der Demonstration vom 17.11. konnte ich nur erraten, teilweise kam ich mir vor wie Mark Twain in Heidelberg, alle Fehlinterpretationen gehen daher auf meine Kappe.

Mein Urlaub wurde durch ein wirklich monumentales Besichtigungsprogramm geprägt, in Erice, einer durchaus pittoresken Stadt z.B. gibt es eine unglaublich riesige Anzahl von Kirchen, die meistens von den Normannen erbaut wurden. Eine dieser Kirchen dient jetzt als Wissenschaftszentrum für den Mann, dessen Bücher in diesem Schaukasten ausgestellt sind, dessen Name ich aber nicht aufgeschrieben habe. Begeistern kann sich der Physiker allerdings für die Antimaterie-Forschung und trotz seiner Bewunderung für Galileo Galilei ist er auch JP II nicht abgeneigt gewesen. Interessant wie immer auch die Schlagzeile der Daily Mail, offensichtlich hat Everybody’s Chef ebenfalls göttlichen Beistand nötig.

Für diesen sorgt man in Calatafimi offensichtlich schon von alleine. Es ist wirklich unglaublich, eine Stadt die aus Platzmangel die Einbahnstraße zum Prinzip erklärt, baut die letzten Freiflächen mit Kirchenschiffen zu.

Idyllisch auch Scopello, eine winziger Fischerort in direkter Nachbarschaft zu meiner Tante.Neben diesen selbstgeformten Porzellanteilchen kam ich mir in meinem von-der-Stange-Look fast schon schlecht vor.


Die Idylle trügt allerdings: Neben der leider immer noch allgegenwärtigen Mafia scheinen die sozialen Spannungen auch auf Sizilien zuzunehmen. Am 17.11. fand in Palermo eine Demonstration für die Verbesserung der sozialen Lage der Studierenden statt, zumindest, wenn ich das Plakat richtig verstehe.


Diese wissen sich allerdings im Selbstudium zu helfen was durchaus Erfolge hinsichtlich ihrer operaistischen Ausrichtung zeigt.

2 comments

  1. REPLY:
    Vermutlich, da sich das Graffiti an einem Universitätsgebäude befand, könnte es auch einige Jahrzehnte dort sein. Bei meinem letzten Sizilienbesuch (1994) ist es mir allerdings noch nicht aufgefallen aber da hätte ich den Operaismus auch für eine Form der Musikleidenschaft gehalten.

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