Rip it-and read from bottom to top!

Wird eigentlich an einer Kulturgeschichte des Scheiterns geschrieben? Gibt es ein Buch, das all die unerfüllten Wünsche und Hoffnungen sammelt, die wegen Idiotie, Charakterschwäche, ökonomischer Widrigkeiten und sonstiger Unannehmlichkeiten ihrem Namen gerecht werden mussten?

Wie dem auch sei, Simon Reynolds “Rip it up and start again” liefert auf jeden Fall eine Menge Quellmaterial für eine solche Sammlung. PIL scheitern an Ego-Trips, The Art of Noise an zuviel Ehrgeiz und ABC daran, dass sie versucht haben, ihr brechtianisches Yuppie-Image mit dem Siegeszug von Margaret Thatcher nicht affirmativ erscheinen zu lassen.

Reynolds selbst nimmt eher die Rolle des detailversessenen Archivars ein, der die Theorie den beschlagenen Mitwirkenden überlässt. Obwohl er ja gerne Begriffe prägt: Post-Rock zum Beispiel. Aber weil er wohl eingesehen hat, dass nach dem Rock irgendwie auch vor dem neuen Rock gewesen ist, zieht er die Generationenversöhnung der Teleologie vor. “It’s both thrilling and enjoyably disorienting to see the sounds of my youth resurrected. There’s a sense in which today’s post-punk inspired bands treat that era as ‘unfinished business’, a set of sonic potentials with plenty of room for further extension and exploration.” Das ist zwar nichts weiter als die Nostalgie von Männern im mittleren Lebensabschnitt, aber in diesem Fall auch nicht weiter störend, schließlich wird Greil Marcus schon noch früh genug für akademische Weihen sorgen. Dann kann man auch mal wieder in Meinung machen.

PS: DD findet’s nicht so toll.

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