Ma’boro Men?

Image hosted by Photobucket.com

Den Trailer schon gesehen, das Review schon gelesen, aber immer noch Zeit bis zum Deutschlandstart?

Wie wär’s dann mit der Vorlage?

Advertisements

Die Sidebar macht’s!

Image hosted by Photobucket.com
Endlich brauchen wir uns nichts mehr vorzumachen. Wer immer noch denkt, dass diese “current music”-Felder in Foren, blogs oder sonstigen Digitalkommunikationskanälen zur Darstellung eines außerordentlichen Musikgeschmacks gedacht wären, wird hiermit endlich eines Besseren belehrt. Amerikanische Wissenschaftler (sic!) haben tatsächlich herausgefunden, dass junge College-Studenten in Musik und Persönlichkeitsprofil im Grunde genommen eins sind, nämlich durch und durch kongruent. Was heisst das nun konkret?

“Die Studie lege nahe, dass Menschen “ein intuitives Verständnis der Verbindungen zwischen musikalischen Vorlieben und der Persönlichkeit” besitzen, schreiben Rentfrow und Gosling. So seien Freunde von energiegeladener, enthusiastischer Gesangsmusik korrekt als extravertiert eingeordnet worden. Anhänger von Country-Musik seien von den anderen Teilnehmern als emotional stabil und Jazz-Liebhaber als intellektuell charakterisiert worden – was ebenfalls stimme. Diese Zusammenhänge erlaubten es, relativ zuverlässig vom Musikgeschmack eines Menschen auf dessen Persönlichkeit zu schließen, fassen die Forscher zusammen.”

So, damit jetzt auch alle Bescheid wissen: Meine momentane Liste schwankt zwischen Country-Musik mit (Souled American) und ohne (Skygreen Leopards) enthusiastischem Gesang, energiegeladener Musik ohne störende Vocals (Vibracathedral Orchestra) und Krautrockzitat-Electronica (Jan Jelinek). Vermutlich macht mich das dann zu einem emotional stabilen extravertierten Kopisten ohne Intellekt. Grund genug noch schnell eine John Coltrane-Platte aufzulegen…

Little Computer People

Image hosting by Photobucket Ob Nerds jetzt die Welt besser machen oder nicht, sollte sich mit dem Lesen dieser Frage eigentlich schon beantwortet haben. Ohne den Mathe-Club müsste ich diese Nachricht per Brieftaube oder Eilkurier versenden, erstere gefährdet durch die Vogelgrippe, letzterer durch die Räuber des Lahntals. Umso trauriger, dass den Tüftlern immer noch nicht der gebührende Respekt entgegengebracht wird.

Douglas Coupland hat es in Microserfs probiert. Leider mussten die sympathischen Außenseiter zu Menschen mutieren, damit der Roman über sowas wie einen Plot verfügte. Und in 23 gab der Computer-Freak den Hacker, einen geistig verwirrten Robin Hood im Dienste der Meinungsfreiheit, angetrieben durch die Lektüre einer nicht nur vom Sachgehalt nervigen Verschwörungstheorie.

Da ist man über “The IT-Crowd” fast schon ein wenig dankbar. Zwei ein wenig idiosynkratisch sprechende IT-Menschen im Basement einer merkwürdigen Firma bekommen einen neuen Boss, nach eigener Aussage eine “people person”, deren Computer-Kenntnisse in etwa dem Niveau des Windows-Führerscheins entsprechen, den meine Mutter Ende der Neunziger für die Arbeit machen musste, will sagen, sie kann zwischen Klick und Doppel-Klick unterscheiden. Wie man es sich vorstellt: Opposites attract. Die Frau sorgt für die Sozialkontakte, die Jungs für den technischen Blick durch ihre überdimensionierten Brillen, das ist kurzweilig, manchmal ein wenig vorhersehbar und, obwohl Momus durch das ziemlich brutale “Gender-Reversal” abgeschreckt ist, mit Liebe zum Detail gemacht. Und das beste ist: obwohl im englischen Fernsehen noch nicht angelaufen, kann man es sich auf der Channel 4-Website schon mal ansehen. Einfach so, mit Klick und Doppel-Klick.

Noch mehr Susan…

Image hosting by Photobucket
Das letzte halbe Jahr wird als Popkulturkritikkritik-Ding in zahlreichen “Ich war dabei”-Büchern alternder Männer am Anfang der Lebensmitte seinen Platz gefunden haben. Nachdem Tim Stüttgen bereits mehrfach Bilanz seiner Journalisten-Karriere gezogen hat, äußert sich heute Andreas Hartmann:

” Popjournalismus, so wie wir ihn kennen, hat stets etwas mit Besser- und Bescheidwissen zu tun, es wird ja geradezu verlangt, meinungsstark und als Rechthaber aufzutreten, in der Poprezeption ist der Auftrumpfer König. Logisch, dass sich vor allem Jungs scharenweise dazu berufen fühlen, von sich und ihren Geschmacksurteilen zu erzählen. Dass unter diesen Bedingungen Mädchen im Popjournalismus nicht mitmachen wollen bzw. dürfen, ist nur eines der Symptome für die Krise, in der dieser steckt. Was sonst alles schief läuft, immer mehr unhinterfragt hingenommen wird oder ganz entsetzlich ist, das wird in den unterschiedlichen Essays des »Popjournalismus«-Readers immer wieder angesprochen.”

Herr Hartmann hat dieser Problemlage dann auch gleich noch etwas hinzuzufügen, die Popjournalisten gehen nämlich nicht mehr vor die Tür und wenn doch endet der Radius am Briefkasten mit neuen Promo-CDs:

“Um das »Andere« geht es hier längst nicht mehr, obwohl das behauptet wird, über Franz Ferdinand, Arctic Monkeys, Tomte und die neue Platte des Rappers mit noch mehr Schussnarben als 50 Cent berichten in Wahrheit längst auch die Feuilletons, und meist noch besser. Andererseits gäbe es das wirklich »Andere« ja noch. Besser gesagt: Es gibt es mehr denn je. Davon kriegen jedoch nur noch diejenigen etwas mit, die Tag und Nacht in Internet-Tauschbörsen herumkramen oder den englischen Wire lesen. Oder echte Special-Interest-Popmagazine. Im Fachmagazin für HipHop, Reggae, Jazz oder der De:Bug, die im März ebenfalls ein Jubiläum und ihre hundertste Ausgabe feiert, hat man zumindest noch den Anspruch, immer wieder Neues zu entdecken und Platz für Acts, Szenen und Phänomene freizuschaufeln, die den Feuilletons und den Popmagazinen mit subkulturellem Allgemeinheitsanspruch zu abseitig sind. “

Für diese Worte bin ich ihm dann doch dankbar, endlich mal einer der sagt, dass man hier, hier und hier interessanter über ……………… informiert wird als woanders. Und hier und hier und ebenso auch hier und……

Eckig? Rund?

Image hosting by Photobucket

Unter der erinnerungswürdigen Überschrift “Die Krise der deutschen Fußballnationalmannschaft der Männer” konnte die taz im Aftershow-Gestammel tatsächlich so etwas wie eine rote Linie ausmachen:

“Eine Antwort war recht schnell gefunden. Sie lautete: Das DFB-Team leidet an einer Auswärtsschwäche. Und da die WM im eigenen Land über die Bühne geht, werde man dort kein Problem haben, der Morbus mobile greife nur bei Reisen ins Ausland.”

EDIT: Den passenden Kommentar dazu liefert Georg Fülberth im Freitag nach, 100 Tage nach dem Amtsantritt der Bundesregierung zieht er Bilanz, die Aufwertung der “Fußballnationalmannschaft der Männer” zur neuen Episteme verwundert mich dennoch ein wenig:

“Die Form ist identisch mit dem Inhalt, und beide bedeuten: Gute Laune. Oberster Muntermacher ist der Fußballer Jürgen Klinsmann. Seine Kicker sind auf dem Rasen zwar mäßig eindrucksvoll, aber vom Titelbild der Bahn AG bis zur Kundenwerbung der Sparkassen ist er als professioneller Optimist nahezu überall präsent.”

Warum heißen eigentlich nicht alle Wiglaf ?

Sonntag abend dann also zu Wiglaf Droste. Lange hab ich ihn verschmäht, bin nicht mehr jeden Freitag auf die taz-Seite um seine Kolumne zu lesen. Wozu auch, so langsam bin ich alt genug, Peinlichkeiten selbst zu erkennen, eigene Persönlichkeitsmerkmale einmal ausgenommen. Dann an eine Formulierung von Dietmar Dath erinnert: “Droste braucht man um Leute zu ärgern.” Stimmt irgendwie, seitdem führe ich auch wieder Buch über alle, die irgendwie Oliver oder Olivia oder Olivier oder so heißen. Und soviel kann ich verraten: an Oliver Kahn habe ich dabei noch nicht gedacht.